Gedanken und Gefühle zum Coronavirus

Die Schülerin Lina (4. Klasse) hat sich in den vergangenen Wochen vielen Gedanken über das Coronavirus gemacht. Ergreifend beschreibt sie, wie es ihr und Familie in der Zeit zu Hause ergangen ist.

Das Leben  mit Corona

Es war an einem Freitagnachmittag, dem 14. März 2020, als meine Mama mich von der Schule abholte und mir sagte, dass ab Dienstag alle Schulen geschlossen sind.
Ich freute mich gar nicht darüber und war total verärgert. Ich habe mich immer wieder gefragt warum, wieso und weshalb.
Ich sagte zu meiner Mama ganz zornig: „Ich möchte das nicht. Ich möchte weiter zur Schule gehen. Wenn ich nicht zur Schule kann, dann sehe ich meine Freunde und meine Lehrer die nächste Zeit nicht mehr.“  Eine Erleichterung hatte ich jedoch noch, als ich am Montag nochmal zur Schule durfte. Ich wusste aber auch, dass dies kein normaler Schultag wird.

Mein Papa, meine Mama und ich haben uns am Wochenende zusammengesetzt und überlegt, wie wir die nächsten Wochen organisiert bekommen. Wir haben einen Plan aufgestellt. Meine Mama ist immer von ganz früh bis Mittag arbeiten gegangen und mein Papa nachmittags. Es verging ein Tag nach dem anderen, wo ich vormittags meine Schulaufgaben gemacht habe und am Nachmittag habe ich was mit meiner Mama unternommen, wie spazieren gehen, Fahrrad fahren, Inlineskates fahren und viel mehr. Meine Mama hatte auf einmal mehr Zeit für mich als vorher. Jedoch war ich sehr traurig, dass ich meine Omas nicht sehen konnte. Zum Glück gibt es ein Telefon und ich habe jeden Tag mit ihnen telefoniert.

Ich hatte zu Beginn der Zeit richtig Wut auf das Virus und konnte nicht verstehen, warum alle so eine Angst davor hatten. Ich hatte keinen Respekt vor dem Virus. Meine Mama hat sich dann mit mir ganz lang darüber unterhalten und auf einmal konnte ich alle verstehen und hatte selbst Angst davor. Die Wochen vergingen und die Osterferien rückten näher. Hier wollten wir eine Schiffsfahrt unternehmen und ich hatte mich riesig darauf gefreut. Als meine Eltern mir sagten, dass wir diese Schiffsreise nicht unternehmen können, war ich schrecklich traurig und habe ganz doll angefangen zu weinen. Wir haben uns lang unterhalten, warum wir dies nicht machen können und ich habe es auch verstanden, aber trotzdem nicht gewollt. Meine Eltern haben trotzdem mit mir zusammen diese Woche Urlaub gemacht, aber es war kein Urlaub oder keine Ferien wie sonst immer.

Es war anders, es war ein Urlaub zu Hause, trotzdem haben meine Eltern versucht, mit mir jeden Tag etwas zu unternehmen. Es kam der Tag an dem die Ferien vorbei waren und beschlossen wurde, dass  die Schulen weiterhin geschlossen bleiben. Ich hatte Angst vor der Zeit, die noch kommt.

Ich habe Angst, dass ich den Lernstoff nicht so gut verstanden habe in der Zeit des Homeschooling, dass ich die 4. Klasse nochmal machen muss und ich dann meine Freunde nicht mehr sehen kann, weil sie auf eine andere Schule gehen.

Ich wünsche mir, dass der Virus irgendwann ganz bald wieder geht, dass ich endlich wieder normal zur Schule gehen kann, dass der Alltag wieder ganz normal wird wie früher ohne überlegen zu müssen, was man darf und was nicht.

Ich möchte wieder mit meinen Freunden spielen und meine Omas besuchen.
Mein größter Wunsch ist jedoch, dass wir alle  gesund bleiben und das Virus ohne Probleme überleben.

Foto: pixabay.de

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